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Organisationsaufstellung!

 

Probleme sehen und verstehen- Lösungen finden

Aufstellungsarbeit wird in der systematischen Organisationsentwicklung als Methode eingesetzt. Diese ursprünglich aus der Familientherapie (Bert Hellinger) stammende Methode war lange Zeit nicht unumstritten, weil keiner richtig erklären konnte, wie es funktioniert.

Fakt ist, die Aufstellung ist ein Mittel, das Komplexität in den Griff bekommt. Der grundsätzliche Vorteil des Verfahrens besteht darin, dass es unserem Denken über Beziehungen sehr nahe kommt. Jemand steht mir nah, etwas liegt mir fern- in solchen Metaphern denken und reden wir ständig. Das macht sich die Aufstellungsarbeit zu Nutze.

Man könnte auch sagen: In der Aufstellung wird diese Art und Weise, die Umwelt wahrzunehmen, externalisiert. Der Ansatz beruht im Wesentlichen darauf, dass ein Beziehungssystem und die oft unbewussten Verflechtungen darin mit Hilfe von frei im Raum positionierten Stellvertretern rekonstruiert wird. Die entsprechende Konstellation spiegelt das innere Bild des Aufstellenden.

Eine Aufstellung ist niemals ein genaues Abbild der Wirklichkeit, sondern ein Hinweis. Sie eröffnet einen Möglichkeitsrahmen zur Hypothesenbildung. Es geht auch nicht wie bei der Familienaufstellung nach Hellinger darum zu therapieren, sondern die Arbeitsfähigkeit zu verbessern. Organisationsaufstellungen sind deshalb nicht das Feld für Therapeuten, sondern für Organisationsfachleute.

Wir unterscheiden folgende Aufstellungsformen:
  • Familienaufstellung nach Hellinger: Beziehungsgeflechte im System Familie zu visualisieren.
  • Klassische Organisationsaufstellung  (Mitte der 90er Jahre, u.a. von dem Systemberater Dr. Gunthard Weber aus der Familienaufstellung entwickelt). Prof. Dr. Franz Ruppert meint, begrifflich besser: Arbeitsbeziehungsaufstellung oder dem Aufstellen beruflicher Anliegen.
  • Systemische Strukturaufstellung (SySt) heißen jene Aufstellungen von Insa Sparrer und Prof. Dr. Mathias Varga von Kibed, die 80 SySt-Aufstellungen für verschiedene Settings entwickelt haben.
Erklärungsansätze:

Varga von Kibed spricht wie viele andere Wissenschaftler, von einer universal-menschlichen Wahrnehmungsfähigkeit. Es handelt sich um eine nicht-personenspezifische Wahrnehmungsfunktion, die sich in Ansätzen auch bei anderen Gruppensimulationsverfahren beobachten lässt.

Den empirischen Nachweis, das Systemaufstellungen keine Zufallsprodukte sind, hat erstmals Peter Schlötter* geführt.

Dabei hat er die Grundhypothese der Aufstellungsarbeit, dass die „repräsentierende Wahrnehmung“ der jeweiligen Stellvertreter nicht zufällig ist, sondern von der Position in der Aufstellung bestimmt wird, wissenschaftlich abgesichert.

* Schlötter, Peter: Vertraute Sprache und ihre Entdeckung, Carl-Auer Verlag, 2005